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Umschläge und Wickel

Wickel spielten bereits bei Pfarrer Kneipp eine große Rolle und sind bei den modernen Müttern von heiute wieder aktuell. Sie kommen überall dort zur Anwendug, wo eine Ausscheidung krankhafter Stoffe aus dem Körper erreicht werden soll. Wickel sollen den Stoffwechsel anregen, bei Fieber die Hitze nehmen und umgekehrt bei Kälte Wärme erzeugen (= die Durchblutung anregen). Durch die Beziehung zwischen Haut und Organismus kommt es bei den Wickeln - genauso wie bei den Bädern - zu einer Wirkung auf den Gesamtorganismus. Die Wirkung des Wickels wird leider viel zu wenig beachtet, obwohl man damit vor allem bei Kindern sehr gute Erfolge erzielen kann.


Grundsätzliches:

Wickel oder Umschläge können angelegt werden:

1. Kalt:

  • wirkt wärmeentwickelnd - wärmestauend, wenn sie belassen werden —> sinnvoll bei Schmerzen, Krämpfen, zur Förderung der Ausleitung

  • wirkt wärmeentziehend, wenn sie öfter gewechselt werden —> sinnvoll zur Reinigung des Körpers, bei Fieber wird Überhitzung verhindert

2. Warm:

  • wirkt wärmezuführend —> zur Förderung der Durchblutung und des Stoffwechsels an der behandelten Stelle


Temperatur des Wassers:

Bei kalten Wickeln: 5°C bis 10°C, außer bei Fieberpatienten (hier sollte die Temperatur des Wickels max. 3°C kälter sein, als die Körpertemperatur des Patienten)

Bei warmen Wickeln: ca. 50°C


Zu beachten:

  • Keine Zugluft. Fenster sollten geschlossen sein.

  • Zimmertemperatur sollte 22° bis 24°C betragen

  • Wickel rasch anlegen, daher vorher die Tücher bereit legen.

  • Wickel sollte eng anliegen, damit keine Verdunstungskälte entsteht.

  • Kind während der Therapie nicht alleine lassen.

  • Wenn der Wickel unangenehm wird, sofort abnehmen.

  • Nach Abnahme des Wickels das Kind sofort abtrocknen und anschließend ruhen lassen (mind. 30 Minuten).

  • Kalte Wickel dürfen nur auf warme Körperstellen angelegt werden; fröstelt das Kind, sofort abnehmen.


Umschläge und Wickel bestehen immer aus 3 Lagen:

1. Innere Lage: dünnes Baumwoll- oder Leinentuch (liegt direkt auf der Haut)

2. Mittlere Lage: Baumwoll- oder Leinentuch (sollte die 1. Lage überlappen)

3. Abschluss-Lage: Decke o.ä. (sollte die 2. Lage überlappen)


Zum besseren Erhalt der Wärme kann man zum Abschluss ein Kirschkernsäckchen oder eine Wärmeflasche auflegen. Die Dauer und Temperatur eines Wickels sind unterschiedlich und bei den jeweiligen Wickel-Anleitungen angegeben. Auflagen werden direkt aufgelegt. Hier muss die 3-Lagen-Regel nicht befolgt werden.


Tipp:

Manchen Kindern muss der Wickel erst schmackhaft gemacht werden:

  • Legen Sie ihn zuerst der Puppe um.
  • Erklären sie dem Kind das Vorgehen und die gewünschte Wirkung.
  • Versprechen Sie ihm das Erzählen einer Geschichte während der Einwirkzeit.

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