|
Jedes Baby wird mal wund. Weder besonders gute Pflege, noch eine besondere Windelart können dies vollkommen verhindern. Allerdings sollte man in diesem Fall nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen, indem man mit intensiven Heilsalben auf den Babypopo losgeht, sondern erst mal nach den Ursachen forschen und versuchen den Körper sanft dabei zu unterstützen, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Ausdrückliche Wundheilungscremes führen zwar manchmal zu einer schnellen oberflächlichen Heilung, aber die Ursache wird damit ggf. nicht beseitigt, und die Giftstoffe, die der Körper über die Haut ausscheiden wollte, werden wieder nach innen gedrängt.
Ein wunder Po kann vielfältige Ursachen haben. Gereizte oder gerötete Haut im Windelbereich kann z. B. entstehen, wenn:
- das Kind zahnt.
- zu selten gewickelt wird.
- Puder oder Cremes zu dick aufgetragen werden.
- Bei Nahrungsunverträglichkeiten (z. B. gegen Kuhmilch) oder zu viel Säure im Obst oder in der Muttermilch (z.B. durch Zitrusfrüchte).
- Beim Waschen der Baumwollwindeln mit zu scharfem Waschmittel oder Bleiche, beim Verwenden von Weichspüler oder dem Trocknen der Windeln im Trockner.
- Beim Benutzen von Wegwerfwindeln
- das warme, feuchte, dunkle und vor allem luftundurchlässige Klima bietet den idealen Nährboden für Keime und Pilze; außerdem gibt es Unverträglichkeiten gegen die mit Parfümen, Lotionen und "Giften" hergestellten Wegwerfwindeln.
- Bei Wollhosen: Reaktion auf die Schurwolle oder durch zu große Wärme im Sommer.
- Eine Pilzinfektion, vor allem, wenn das Wundsein hartnäckig ist.
Tipps beim wunden Po
- Versuchen Sie die Ursache auszuschalten
- Möglichst oft wickeln, und jeweils sofort, wenn sich Stuhlgang in der Windel befindet
- Einlagen aus Bouretteseide hat heilende und entzündungshemmende Wirkung
- Einlagen aus naturfetter Heilwolle (Wollvlies) oder gestrickte Wolleinlage wirken antibakteriell, pflegen die Haut mit ihrem Wollfett-Anteil und helfen in der Stoffwindel auch die Haut trocken zu halten.
- Viel frische Luft
- die Windel weglassen oder zumindest ein luftdurchlässiges Modell benutzen (Schurwolle über einer Stoffwindel ist optimal luftdurchlässig)
- Sonnenbäder oder freies Strampeln an der Luft
- Bestrahlung mit Rotlicht
- Heilende Sitzbäder mit gerbenden Substanzen (Eichenrinde, Zinnkraut oder Totes-Meer-Salz).
- Muttermilch auftragen
- Po gut trocknen lassen oder kurz mit dem Fön auf niedrigster Stufe trocken fönen
- Die Wegwerfwindel-Sorte wechseln
- Kurzzeitig die Wickelart wechseln, von Wegwerf- zu Stoffwindeln oder umgekehrt
- Cremes oder Salben auftragen. Verwenden sie möglichst eine Creme mit natürlichen Bestandteilen wie z. B. von LAVERA, TAUTROPFEN oder WELEDA. Zinksalben nur bei offenem Po. Creme sollte immer möglichst dünn aufgetragen werden, damit der Luftaustausch nicht behindert wird
- Ist die Haut nach zwei bis drei Tagen Eigenbehandlung noch nicht auf dem Weg der Besserung, sollte man den Arzt aufsuchen. Die Haut könnte von einem Windelpilz (Soor) befallen sein und dieser muss evtl. mit antimykotischen Mitteln behandelt werden
© 2002 Annette Schäfer
|